First Class, Suiten, Champagner über den Wolken.
So sieht Meilensammeln aus, wenn du auf Social Media danach suchst. Doch Punkte und Meilen lohnen sich für ganz unterschiedliche Menschen auf ganz unterschiedliche Weise. In dieser Folge findest du heraus, welcher Sammler-Typ du bist und welche Strategie zu dir passt.
Darüber sprechen wir in Episode 23
- Welche drei Typen von Travelhackern es gibt
- Warum sich Meilen auch in der Economy lohnen können
- Wann die Verfügbarkeit das Reiseziel bestimmt
- Wie dein Sammeln zu deinem Reiseanspruch passt
Diese Folge ist perfekt für dich, falls du …
- dich fragst, ob Meilensammeln auch ohne Business Class für dich Sinn ergibt
- mit festen Urlaubszeiten planst und trotzdem besser reisen willst
- von der First Class träumst und wissen willst, was dafür nötig ist
Hör rein und finde heraus, welcher Travelhacker-Typ du bist:
Das Wichtigste in Kürze
- Es gibt keine Strategie, die für alle passt. Punkte und Meilen lohnen sich für ganz unterschiedliche Reisende, nicht nur ganz vorne im Flieger.
- Der bewusste Genießer mit Plan reist ohnehin und wertet feste Reisefenster auf, etwa mit der Business Class auf der Langstrecke. Er bucht früh, sobald die Prämienplätze freigeschaltet werden.
- Der pragmatische Optimierer sammelt nebenbei über Alltagsausgaben und misst jede Einlösung am Barpreis. Für ihn zählt der Gegenwert, auch in der Economy.
- Der Erlebnisjäger sammelt für die First Class. Bei ihm bestimmt die Verfügbarkeit das Reiseziel, nicht umgekehrt.
- Dein Sammeln muss zu deinem Reiseanspruch passen. Passt es nicht, drehst du am Anspruch oder am Sammeln.
Kapitel
- 00:00 Nur First Class und Champagner?
- 02:48 Drei Typen von Travelhackern
- 04:21 Typ 1: Der bewusste Genießer mit Plan
- 07:05 Fixpunkt Hawaii: früh buchen
- 09:53 Wann Prämienplätze freigeschaltet werden
- 11:04 Mehrere Sammeltöpfe für spontane Reisen
- 12:08 Wie der Genießer sammelt
- 17:53 Die Falle: feste Reisefenster, hohe Erwartungen
- 19:49 Typ 2: Der pragmatische Optimierer
- 22:03 Der Gegenwert als einzige Kennzahl
- 22:47 Economy-Beispiele mit Top-Gegenwert
- 27:18 Mit Gepäck oder ohne: bewusst abwägen
- 29:00 Je schlechter die Kabine, desto wichtiger der Gegenwert
- 30:53 Die Falle: zu skeptisch bei Aktionen
- 33:15 Typ 3: Der Erlebnisjäger
- 35:30 Wenn der Deal das Ziel bestimmt
- 37:18 First Class: Das Problem ist die Verfügbarkeit
- 39:31 Warum sich die Gegenwert-Regel umdreht
- 40:34 Meilen dazukaufen?
- 41:53 Wählerisch in der Business Class
- 44:05 Erwartungen an die Kabine
- 47:32 Flexibilität ist alles
- 49:10 Die Falle: der Zwang zum Traumerlebnis
- 49:38 Vom Genießer zum Erlebnisjäger
- 52:21 US-Kreditkarten als nächstes Level
- 54:30 Niemand passt in eine Schublade
- 56:16 Passt dein Sammeln zu deinem Typ?
- 57:43 Es sind deine Meilen
- 58:37 Abschluss
Zusammenfassung der Episode
Es gibt nicht die eine Strategie
Wer auf Social Media nach Meilensammeln sucht, sieht fast nur Business und First Class. Kevin fliegt selbst gern ganz vorne, hält das aber nur für einen Teil der Wahrheit.
Deshalb stellen wir dir drei Typen von Travelhackern vor. Kaum jemand ist zu 100 % einer davon, die meisten sind eine Mischung. Ein Richtig oder Falsch gibt es nicht.
Typ 1: Der bewusste Genießer mit Plan
Diesen Typ hat Kevin nach Andreas geformt. Er reist ohnehin und will sein Reiseverhalten aufwerten, nicht umkrempeln: einmal im Jahr auf der Langstrecke Business statt Economy, ein Hotel eine Kategorie höher, Lounge-Zugang am Flughafen. Punkte und Meilen sind für ihn ein Werkzeug mit einer klaren Aufgabe: mehr Lebensqualität pro Reise.
- Reisefenster: fest, ob durch Schulferien oder wie bei Andreas durch Urlaubssperren im Job seines Partners
- Buchung: früh, sobald die Airlines Prämienplätze freischalten, je nach Airline rund ein Jahr vor Abflug
- Sammeln: gezielt und breit aufgestellt, in mehreren Programmen und mit Kreditkarten, deren Kosten sich lohnen
- Falle: wenig Flexibilität plus hohe Erwartungen
Andreas fliegt fast jedes Jahr Ende Dezember nach Hawaii und bucht die Business Class, sobald passende Plätze frei sind. Weil er in mehreren Programmen sammelt, bleiben trotzdem Meilen für spontane Reisen übrig.
Dieses Sammeln kostet Zeit. Andreas fährt jede Woche zum Einkaufen nach Deutschland und plant den Einkauf samt Coupons vorher. Wie viel Vorbereitung darin steckt und warum er Geschenkkarten schon am Jahresanfang plant, hörst du ab Minute 12:23.
Für Familien gilt dasselbe: Wer zu viert in der Business auf die Langstrecke will, muss gut sammeln und früh planen. Reich sein musst du dafür nicht. Gibt es im festen Zeitfenster keine Plätze, ist die Versuchung groß, trotzdem zu einem schlechten Gegenwert zu buchen. Dann lieber ein Jahr warten, denn Meilen lassen sich in der Regel vor dem Verfall schützen.
Typ 2: Der pragmatische Optimierer
Diesen Typ siehst du auf Social Media fast nie. Für ihn sind Punkte und Meilen ein Werkzeug, um Geld zu sparen. Mit Hobby oder Statussymbol hat das wenig zu tun: Economy ist völlig in Ordnung, das Hotel ein Ort zum Schlafen. Andreas hält ihn für den gesündesten Einstieg ins Thema.
- Ziel: Geld sparen bei Reisen, die er ohnehin machen würde
- Sammeln: nebenbei über Supermarkt, Tankstelle, Drogerie und eine möglichst günstige Kreditkarte, Meilen kaufen kommt nicht infrage
- Maßstab: immer der Barpreis
- Falle: zu viel Skepsis gegenüber Aktionen
Seine einzige Kennzahl ist der Gegenwert: Wie viel Cent bringt mir eine Meile? Du rechnest ihn so aus: Barpreis minus Steuern und Gebühren, geteilt durch die eingesetzten Meilen. Als soliden Wert nennt Andreas 1 bis 2 Cent pro Meile. Schneller geht es mit unserem Gegenwert-Rechner.
Welche Economy-Strecke Kevin mitgebracht hat, bei der eine Meile ein Vielfaches davon bringt, und warum Andreas sie trotzdem nicht alltagstauglich findet, hörst du ab Minute 22:47.
Beim Gepäck rechnet der Optimierer genau: Mit Rucksack reicht oft der günstigste Tarif, mit Trolley kostet derselbe Flug deutlich mehr Meilen. Kevins Faustregel: Je schlechter die Kabine, desto wichtiger der Gegenwert. Eine Economy kannst du notfalls auch bar zahlen, also müssen sich die Meilen hier lohnen.
Wer Multiplikatoren und Boni aus Prinzip liegen lässt, verschenkt genau die Chancen, die das Sparen erst groß machen. Auch Familien profitieren: Seit der Umstellung bei Miles & More sind Prämienflüge in der Economy deutlich günstiger geworden, etwa zu Sommerzielen in Europa.
Typ 3: Der Erlebnisjäger
Den letzten Typ stellt Andreas vor, und das Paradebeispiel ist Kevin. Im Englischen heißt er Aspirational Traveler: Punkte und Meilen sind seine Eintrittskarte zu Erlebnissen, die er bar nie bezahlen würde, bis zur First-Class-Suite.
- Ziel: die beste Kabine, die das Flugzeug zu bieten hat
- Buchung: nach Verfügbarkeit, das Reiseziel kommt danach
- Sammeln: mit allen Mitteln, auch zugekaufte Meilen
- Falle: der Zwang zum Traumerlebnis
Wie aus Kevins Thailand-Reise ein First-Class-Flug nach Tokio wurde, erzählt er ab Minute 35:59. Schon seine erste Meileneinlösung lief nach diesem Muster, mehr dazu in Episode 1.
Die größte Hürde ist die Verfügbarkeit, mehr als der Meilenpreis. Die Kabinen sind klein. Für Economy, Premium Economy und Business geben Airlines oft früh Prämienplätze frei, die First öffnet sich meist erst spät, wenn sich die Plätze nicht verkaufen. Zu zweit klappt das, zu viert ist es fast unmöglich.
Auch die Gegenwert-Regel dreht sich um: Eine First Class nach Asien kostet bar locker fünfstellig, die echte Alternative wäre Economy. Darum ist der Gegenwert fast immer hervorragend. Gefährlich wird es, wenn aus dem Traumerlebnis ein Muss wird, weil du so lange dafür gesammelt hast. Fällt dann ein Sweet Spot weg, trifft es diesen Typ am härtesten.
Andreas sieht sich zwischen Genießer und Erlebnisjäger, mit Tendenz nach vorne. Eine echte First Class ist er bis heute nicht geflogen, und er warnt vor zu hohen Erwartungen. Welche Business Class ihn enttäuscht hat, obwohl alle von ihr schwärmen, hörst du ab Minute 45:17.
Passt dein Sammeln zu deinem Typ?
Niemand passt ganz in eine Schublade, und die Typen ändern sich mit dem Leben. Mit Anfang 20 bist du vielleicht Erlebnisjäger, mit Kindern eher Genießer mit Plan, und wenn die Kinder aus dem Haus sind, kommt der Erlebnisjäger zurück.
Entscheidend ist der Abgleich: Wenn du von der First Class träumst, aber nur nebenbei sammelst, wird es schwer. Dann drehst du entweder am Anspruch oder am Sammeln. Kevins Kernbotschaft: Wie viel eine Meile wert ist, entscheidet sich daran, ob das Erlebnis zu dir passt, egal ob vorne oder hinten im Flieger. Es sind deine Meilen.
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Häufige Fragen
Welche Typen von Meilensammlern gibt es?
Wir unterscheiden drei Typen. Der bewusste Genießer mit Plan wertet feste Reisen auf, etwa mit der Business Class auf der Langstrecke. Der pragmatische Optimierer sammelt nebenbei und will vor allem Geld sparen, auch in der Economy. Der Erlebnisjäger sammelt für die First Class und lässt die Verfügbarkeit das Reiseziel bestimmen. Die meisten sind eine Mischung.
Lohnt es sich, Meilen für die Economy einzulösen?
Ja, wenn der Gegenwert stimmt. Zieh vom Barpreis die Steuern und Gebühren ab und teil den Rest durch die eingesetzten Meilen. Als solider Wert gelten 1 bis 2 Cent pro Meile. Weil du eine Economy notfalls auch bar zahlen kannst, sollte sich die Einlösung hier besonders lohnen.
Warum ist die First Class mit Meilen so schwer zu bekommen?
Weil es kaum Plätze gibt. Die Kabinen sind klein, und Airlines geben First-Class-Plätze für Meilen meist erst spät frei, wenn sie sich nicht verkaufen. Du brauchst Flexibilität bei Datum und Reiseziel. Zu zweit ist das machbar, für vier Personen fast unmöglich.
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Deine Hosts
Andreas Dini sammelt Punkte und Meilen über Ländergrenzen hinweg. Auf Instagram zeigt er als @cleverpoints jede Woche die aktuellen Sammel-Deals für Deutschland und Österreich.
Kevin Cobb kennt die österreichische Meilenszene von innen. Auf seinem YouTube-Kanal Points Travel Tech Austria testet er Airlines und Hotels, am liebsten in der First Class.
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