Ist die Meilenszene am Ende? Eine ehrliche Bestandsaufnahme vom Forum bis zur KI

Episode 27 · Hinter den Kulissen · 10. September 2026 · 85 Min.

Lieber als Podcast hören?

Überfüllte Lounges, schlechtere Transferraten, Copy-Paste-Reels und massenhaft Kreditkarten-Links auf Social Media.

So sehen viele die Meilenszene heute. Kaum eine Nische ist in den letzten Jahren so schnell gewachsen, und mit jedem neuen Account wird die Frage lauter, ob sie noch das ist, was sie einmal war. In dieser Folge gehen wir mit dir zurück an den Anfang und zeigen dir, was sich wirklich verändert hat und warum das Meilensammeln für dich noch lange nicht vorbei ist.

Darüber sprechen wir in Episode 27

  1. Wie aus Foren, Blogs und YouTube die heutige Meilenszene wurde
  2. Warum Grauzonen wie das Aufladen mit Kreditkarte irgendwann geschlossen werden
  3. Woran du ehrliche Creator und seriöse Kurse erkennst
  4. Ob Creator wie wir die Szene mit kaputt gemacht haben

Diese Folge ist perfekt für dich, falls du …

  • bei jedem neuen Reel nicht mehr weißt, welchem Tipp du trauen kannst
  • überlegst, Geld für einen Kurs zum Meilensammeln auszugeben
  • dich fragst, ob sich das Sammeln nach den vielen Änderungen der letzten Jahre noch lohnt

Hör rein und finde heraus, warum das Meilensammeln noch lange nicht vorbei ist:

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Meilenszene begann in Foren, in denen vor allem Vielflieger über das Fliegen sammelten. Blogs, YouTube und Social Media haben das Thema später einem breiten Publikum geöffnet.
  • Mit PAYBACK und Kreditkarten kam das Sammeln am Boden dazu. Laut Kevin war es noch nie so einfach, Meilen zu sammeln, ohne viel zu fliegen.
  • Wenn Programme Lücken schließen, etwa beim Couponing oder beim Aufladen mit Kreditkarte, stecken laut Andreas fast immer wirtschaftliche Gründe dahinter, nicht einzelne Creator.
  • Freundschaftswerbung ist für Freunde und Familie gedacht. Wer öffentlich wirbt, braucht eine offizielle Partnerschaft, ein Impressum und eine Kennzeichnung.
  • Immer mehr Austausch wandert in geschlossene, teils kostenpflichtige Communities, ein Stück zurück zu den Wurzeln der Foren.

Kapitel

  • 00:00 Ist die Meilenszene kaputt?
  • 01:48 Die ersten Berührungspunkte mit Meilen
  • 04:29 Die Forum-Ära
  • 10:38 Vom Forum zum Blog
  • 12:19 Der Weg zur Monetarisierung
  • 15:38 Wie Vielfliegerprogramme zum Geschäft wurden
  • 16:55 PAYBACK und das Sammeln am Boden
  • 18:26 Die YouTube-Ära
  • 21:39 Covid und der Start von Kevins Kanal
  • 24:09 Bessere Technik, weniger Aufwand
  • 26:44 Social Media und die ersten Kurse
  • 27:56 Die Couponing-Ära
  • 31:05 Der Couponing-Crash
  • 33:47 Kaufst du wegen Coupons anders ein?
  • 37:25 Wenn Sammler den Programmen nützen
  • 39:35 Die Social-Media-Explosion
  • 41:22 Der Revolut-Stopp
  • 44:06 Kurse unter Druck
  • 45:55 Warum für Wissen bezahlen?
  • 47:26 Fixkosten-Tricks als Maßstab?
  • 50:27 Woran du ehrliche Creator erkennst
  • 53:41 Vertrauen in Zeiten von Scams
  • 56:48 Freundschaftswerbung oder Partnerschaft?
  • 1:00:53 Wenn Provisionen Empfehlungen verzerren
  • 1:02:39 Transparenz: So verdienen wir Geld
  • 1:03:32 Content-Recycling auf Instagram
  • 1:05:59 Halbwissen und Falschmeldungen
  • 1:07:47 Die KI-Welle
  • 1:10:08 Rückzug in geschlossene Communities
  • 1:12:34 Gatekeeping: Sind wir schuld?
  • 1:13:37 Überfüllte Lounges
  • 1:17:41 Was heißt „alles wird schlechter“?
  • 1:19:26 Die Miles-&-More-Umstellung
  • 1:22:53 Fazit: Meilensammeln ist nicht vorbei

Zusammenfassung der Episode

Wie alles anfing: die Forum-Ära

Bevor es Reels gab, lief die Meilenszene über Foren. Threads mit über hundert Seiten, eine Suchfunktion, die selten weiterhalf, und Nutzernamen statt Gesichtern. Wer neu dazukam, las einen ganzen Nachmittag und verstand am Ende oft wenig. Gesammelt wurde vor allem über das Fliegen.

Andreas kennt das aus den frühen 2010er-Jahren. Ein erstes kostenpflichtiges Meilen-Programm war ihm damals zu aufwendig, ihm fehlte der Zusammenhang. Richtig eingestiegen ist er erst 2018, mit seiner ersten Hawaii-Reise. Kevin kam über einen Zufall dazu. Was er als Beifahrer auf einer Autofahrt gelesen hat und was daraus wurde, hörst du ab Minute 2:48.

Blogs, YouTube und der Weg zum Geschäft

Auf die Foren folgten Blogs. Statt Diskussion gab es Anleitungen, und mit ihnen die ersten Geschäftsmodelle: Kreditkarten-Links, Partnerschaften, später ganze Redaktionen.

Mit PAYBACK kam das Sammeln am Boden dazu: In Deutschland lassen sich PAYBACK-Punkte seit 2002 in Meilen umwandeln, in Österreich seit 2018.

Dann kam YouTube. Ausführliche Flug-Reviews zeigten zum ersten Mal, wie ein Sitz in der Business Class wirklich aussieht. Genau diese Videos haben Kevin inspiriert. In der Covid-Zeit startete er seinen eigenen Kanal, weil es für Österreich kaum etwas Vergleichbares gab.

Couponing, Revolut und die Grauzonen

Mit Social Media wuchs die Szene schneller als je zuvor, die ersten Kurse kamen auf den Markt, und das Couponing boomte: Eine Zeit lang ließen sich PAYBACK-Coupons nahezu grenzenlos kombinieren, Apps sammelten Coupon-Barcodes von Nutzern und stellten sie allen zur Verfügung. Wie raffiniert das technisch gelöst war und warum Andreas beim Fernsehbericht darüber ein ungutes Gefühl hatte, hörst du ab Minute 29:45. Es folgten rechtliche Schritte und eine Abmahnwelle.

Der zweite große Bruch kam im März 2024. Viele luden ihr Revolut-Konto mit der Kreditkarte auf, um Meilen zu sammeln. Manche überwiesen das Geld zurück und wiederholten das immer wieder. Dieses Cash-Recycling verstößt gegen die Bedingungen der Banken und Kartenherausgeber. Die ersten Herausgeber stoppten die Meilen für solche Aufladungen, und Kurse, die darauf gebaut hatten, gerieten unter Druck.

Ironisch dabei: Gerade die Coupon-Accounts haben PAYBACK bekannter gemacht. Viele melden sich an, sammeln nie extrem, zeigen aber bei jedem Einkauf ihre Karte.

Kurse, Creator und die Frage nach Vertrauen

Seit 2024 kommen gefühlt täglich neue Accounts dazu, Inhalte werden teils eins zu eins kopiert. Kevin sieht viele Profile, die zeigen wollen, wie du Punkte sammelst, aber kaum Belege dafür, was sie selbst eingelöst haben. Dabei ist das Einlösen die eigentliche Königsdisziplin. Woran er ein KI-generiertes Reel aus einer First Class sofort erkannt hat, erzählt er ab Minute 51:41.

Sinkt das Vertrauen, trifft das alle, die ehrlich arbeiten, und vor allem Einsteiger. Andreas zeigt dabei bewusst nicht auf andere. Sein Rat: Beobachte die Accounts, wie sie kommunizieren und wie lange sie dabei sind.

Checkliste: Wem du in der Meilenszene vertrauen kannst

  • Zeit lassen: Folge einem Creator eine Weile, bevor du etwas kaufst.
  • Nach Belegen schauen: Zeigt die Person, welche Flüge sie selbst eingelöst hat und wie sie sie gebucht hat?
  • Kostenlose Inhalte prüfen: Wer öffentlich Wissen teilt, zeigt, dass er sich auskennt.
  • Dauer und Bewertungen: Wie lange ist das Angebot am Markt, gibt es Bewertungen, spricht die Szene darüber?
  • Werbung erkennbar: Seriöse Creator kennzeichnen Affiliate-Links und haben ein Impressum.
  • Nicht nach Tricks zählen: Die Zahl der Fixkosten-Tricks sagt wenig über einen Kurs. Die echten Hebel liegen oft woanders.

Freundschaftswerbung, Affiliate-Links und Transparenz

Ein häufiger Vorwurf: Creator könnten nur so viel reisen, weil sie über Freundschaftswerbung Punkte kassieren. Freundschaftswerbung ist aber für Freunde und Familie gedacht. Wer öffentlich wirbt, braucht eine offizielle Partnerschaft mit dem Anbieter, ein Impressum und eine Kennzeichnung.

Wir arbeiten mit solchen Affiliate-Links und bekommen dafür kleine Provisionen, keine Meilen. Kevin legt trotzdem den Finger in die Wunde: Provisionen können Empfehlungen verzerren. Frag dich deshalb bei jeder Kartenempfehlung, ob sie wirklich zu dir passt. Welche Karten zu wem passen, besprechen wir ausführlich in Episode 24.

Falschmeldungen, KI und der Rückzug in Communities

Manche Reels tauchen immer wieder auf, mit immer neuem Absender. Etwa das über die Frage an den Vermieter, ob die Miete mit Kreditkarte geht. Wer es erfunden hat, weiß niemand mehr. Mehr stört Andreas und Kevin Halbwissen, das sich festsetzt: Schockaussagen bringen Kommentare und damit Reichweite, auch wenn sie nicht stimmen. Dazu kommen KI-Posts, die alle gleich klingen.

Dahinter steckt oft dasselbe Versprechen: heute anfangen, morgen fliegen. So einfach ist es nicht. Viele ziehen sich deshalb in geschlossene, teils kostenpflichtige Communities zurück. Kevins eigene Facebook-Gruppe „Meilen sammeln Österreich“ ist so ein Ort, dort haben sich Andreas und Kevin auch kennengelernt.

Haben wir die Szene kaputt gemacht?

Die unbequemste Frage stellen sich die beiden zum Schluss selbst. Werden Lounges voller, Transferraten schlechter oder Lücken geschlossen, liegt der Verdacht nahe: Zu viele wissen davon. Andreas sieht dahinter fast immer wirtschaftliche Gründe. Und er fragt zurück: Wer hätte das Recht zu entscheiden, wer optimieren darf und wer nicht? Warum Kevin die Kritik an vollen Lounges nur bedingt teilt, hörst du ab Minute 73:37.

Auch die dynamischen Preise bei Miles & More waren laut Andreas’ Recherche lange geplant und durch Covid nur verzögert. Was die Umstellung für dich bedeutet, hörst du in Episode 19.

Ihr Fazit: Es war noch nie so einfach, Meilen zu sammeln, ohne viel zu fliegen. Das Katz-und-Maus-Spiel mit Grauzonen wird es immer geben. Wer sich informiert, flexibel bleibt und sich austauscht, sammelt trotzdem weiter.

System statt Hype, und jetzt? Wie du Schritt für Schritt sammelst, ohne jedem neuen Trick hinterherzulaufen, und deine Meilen für Flüge in der Business Class einlöst, zeigen wir dir im CleverPoints-Masterkurs. Zur Warteliste →

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Welche Karte zu dir passt, hängt davon ab, wo du wohnst und wie du reist. Die Zeile über jedem Kartennamen sagt dir, für wen die Karte gedacht ist. Boni und Gebühren ändern sich laufend, hier steht, was heute gilt. In älteren Episoden hörst du teils andere Zahlen. Mindestumsatz und Fristen stehen jeweils beim Anbieter.

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Häufige Fragen

Ist die Meilenszene am Ende?

Nein, sagen Andreas und Kevin. Einzelne Lücken und Grauzonen werden geschlossen, und manche Programme sind strenger geworden. Gleichzeitig war es noch nie so einfach, Meilen zu sammeln, ohne viel zu fliegen: über Kreditkarten, PAYBACK und andere Bonusprogramme. Wer sich informiert und austauscht, sammelt weiter erfolgreich.

Was ist der Unterschied zwischen Freundschaftswerbung und Affiliate-Link?

Freundschaftswerbung ist für Freunde und Familie gedacht, bei American Express gibt es dafür zum Beispiel Membership-Rewards-Punkte. Ein Affiliate-Link entsteht aus einer offiziellen Partnerschaft zwischen Anbieter und Creator, dafür gibt es eine Provision. Wer öffentlich vor Fremden wirbt, braucht so eine Partnerschaft, ein Impressum und muss die Werbung kennzeichnen.

Woran erkennt man einen seriösen Kurs zum Meilensammeln?

Lass dir Zeit und folge dem Anbieter eine Weile, bevor du kaufst. Achte darauf, ob er zeigt, was er selbst eingelöst hat, ob er kostenlos Wissen teilt, wie lange er schon am Markt ist und ob es Bewertungen gibt. Die Zahl der Fixkosten-Tricks ist dagegen kein guter Maßstab.

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Deine Hosts

Andreas Dini

Andreas Dini sammelt Punkte und Meilen über Ländergrenzen hinweg. Auf Instagram zeigt er als @cleverpoints jede Woche die aktuellen Sammel-Deals für Deutschland und Österreich.

Kevin Cobb

Kevin Cobb kennt die österreichische Meilenszene von innen. Auf seinem YouTube-Kanal Points Travel Tech Austria testet er Airlines und Hotels, am liebsten in der First Class.

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